Wo Grenzen verschwimmen, Charakter geformt wird.
Laufen über die klassische Marathon-Distanz hinaus — und jeder Schritt zählt.
Wissenswertes
DREI ARTEN, ULTRA ZU LAUFEN
- 50 km – Einstieg in die Ultra-Welt
- 100 km – Klassische Ultradistanz
- 50 Meilen (80 km)
- 100 Meilen (160 km)
- Mehrere hundert Kilometer
- 6 Stunden – So weit wie möglich
- 12 Stunden – Über Nacht
- 24 Stunden – Ein ganzer Tag
- 6 Tage – Das Extremste
- Ziel: maximale Distanz
- Trail: Natur, Höhenmeter, Technik
- Straße: Gleichmäßiges Tempo
- Kombination aus beiden möglich
- Stadion-Events: Runden laufen
- Jede Art hat ihren eigenen Reiz
Physische Belastung — Blasen, Muskelkater, Ermüdungsbrüche: der Körper wird ans Limit gebracht.
Mentale Stärke — Schmerzen und Erschöpfung überwinden: der Kopf entscheidet, ob du weiterläufst.
Logistik — Verpflegung, Kleidung, Wetter: gute Planung ist die halbe Miete.
Naturerlebnisse — Trail-Ultras bieten atemberaubende Landschaften, die kaum jemand zu sehen bekommt.
Community — Die Ultralauf-Szene ist außergewöhnlich freundschaftlich und unterstützend.
Persönliche Grenzen — Wer einen Ultra finisht, weiß was er kann — das verändert die Sichtweise auf alles.
Meine Ultraläufe
CHRONOLOGISCH · INKLUSIVE DES OFFENEN KAPITELS
DIE VOLLEN BERICHTE
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15 Stunden. 2261 Höhenmeter. Wespen-Stich, Sonnenbrand, Nachtlauf. Von zu Hause bis nach Biberach — und zurück zu mir selbst.
Route
Früh morgens / Vormittag
Am 29. April 2024, früh um 6:30 Uhr, startete ich mein Abenteuer Richtung Süden — vor mir lag eine Strecke mit stolzen 2.300 Höhenmetern. Schon bei der Planung war klar: Ohne mehrere Stopps würde ich diese Tour nicht schaffen. Also plante ich Pausen fürs Frühstück, ein kräftiges Mittagessen und am Abend noch ein paar Extra-Kalorien.
Die erste Rast gönnte ich mir nach gut 20 Kilometern mitten in der idyllischen Schwäbischen Alb, in der kleinen Stadt Böhmenkirch. Mit einer frischen Brezel und einem Croissant im Bauch fühlte ich mich bereit für die nächste Etappe.
Mittag
Die Sonne brannte mittlerweile gnadenlos vom Himmel. Ohne Kopfbedeckung zu laufen war wohl nicht die klügste Entscheidung. Bei km 57 und inzwischen 25 Grad — passierte es: Beim Überqueren einer Brücke schoss plötzlich eine Wespe aus dem Nichts und rammte mich an die Stirn. Nach etwa zehn Minuten Schmerz beschloss ich: Egal, einfach weiter.
In Blaustein legte ich eine wohlverdiente Pause im McDonald’s ein — kalte Getränke, reichlich Kalorien, Eiswürfel auf die geschwollene Stirn. Nach 45 Minuten war ich wieder bereit.
Nachmittag / Abend
Am Nachmittag erreichte die Hitze ihren absoluten Höhepunkt — 29 Grad. Ich schätze, dass ich an diesem Tag zwischen acht und neun Liter weggeschluckt habe. Zwischendurch lief nicht alles rund: Gleich zwei Mal verlief ich mich, einmal mit über zwei Kilometer Umweg in eine Sackgasse.
Gegen 19 Uhr, als die Dämmerung hereinbrach, erkannte ich in der Ferne die ersten Umrisse hoher Berge. Trotz der Erschöpfung spürte ich plötzlich neue Motivation.
Nachts
Gegen 21:30 Uhr war es stockdunkel. Die Stirnlampe schaltete ich ein — und weiter ging es in die Dunkelheit. Jeder Schritt wurde anstrengender, meine Beine begannen zu verkrampfen.
Gegen Mitternacht, exakt um 0:00 Uhr, erreichte ich den Bahnhof in Biberach. 15 Stunden purer Laufzeit lagen hinter mir. Ich hatte mein ursprüngliches Ziel nicht erreicht — und dennoch fühlte ich mich wie ein zweigeteilter Mensch. Einerseits frustriert. Andererseits war da dieser tiefe Stolz.
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71,25 Kilometer. 810 Höhenmeter. 75% Wald. Von Zimmern bis ins Herz von Stuttgart — allein, mit nichts außer den Beinen und dem Willen weiterzumachen.
Route
Der Lauf
Am Morgen, gegen 9:00 Uhr, brach ich auf. Mein Ziel: die Strecke in Richtung Schwäbisch Gmünd, durch die lebendige Innenstadt hindurch — der Beginn eines aufregenden Lauftages.
Doch der wahre Weg lag außerhalb der Stadt — als ich mich in Richtung Lorch aufmachte, kam der erste tiefgrüne Abschnitt: ein 16 Kilometer langer Weg, der mich einzig und allein durch dichte Wälder führte. In Schlichten machte ich Halt, füllte meine Wasservorräte auf und gönnte mir eine dringend benötigte Essenspause.
Ich zog weiter durch Hohengehren und Aichschieß, bis ich schließlich Esslingen am Neckar erreichte. Dort ging es noch einmal richtig bergig hinauf. Doch der Lohn folgte schnell: Die Weinberge von Stuttgart eröffneten sich vor mir, mit einem atemberaubenden Blick auf die Stadt im vollen Glanz.
Ich folgte dem Neckar, der sich wie ein stiller Begleiter an meiner Seite schlängelte. Schließlich, nach einem letzten Anstieg, erreichte ich den großen Stuttgarter Stadtpark und mit ihm das Ende meiner Reise.
⚠️ Wichtiger Hinweis: Es gibt lange Streckenabschnitte ohne Möglichkeit Wasser nachzufüllen — gut vorbereiten und ausreichend Vorräte mitnehmen! Diesen Lauf werde ich definitiv noch mehrfach wiederholen. 🌲
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140 Kilometer waren das Ziel, von Hannover nach Bremen. Zwischen Kilometer 50 und 60, mitten in der Nacht gegen 2 Uhr, war für mich Schluss.
Woran es lag
Die letzten Monate hatte ich mein Training komplett auf Pace ausgerichtet — Tempoarbeit, Bahneinheiten, kurze scharfe Distanzen. Was dabei zu kurz kam: echte Langdistanz-Kilometer. Genau das hat sich in dieser Nacht gerächt. Meine Beine waren irgendwann einfach nur noch taub und praktisch unbewegbar — kein Krampf, kein akuter Schmerz, sondern ein Körper, der nach den vielen Stunden schlicht nicht mehr wollte, weil er darauf nie vorbereitet worden war.
Die Entscheidung
Ich musste mir eingestehen: So kommt das nichts mehr. Abbrechen war keine leichte Entscheidung, aber die richtige. Hin- und Rückfahrt hatten schon enorm viel Zeit gekostet, und nach 30 Stunden ohne Schlaf war ich komplett am Ende. Rückblickend war der Abbruch in dieser Situation wahrscheinlich die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.
Legendäre Weltrennen
DIE BÜHNEN, VON DENEN ULTRALÄUFER TRÄUMEN
Einer der bekanntesten 100-Meilen-Trails der Welt durch die Sierra Nevada.
Ultra-Trail du Mont-Blanc — das ikonischste Trail-Event Europas.
Traditionsreichster Straßen-Ultra der Welt — seit 1921.
Inspiriert von der antiken Geschichte — einer der härtesten Ultras überhaupt.
Durch das Death Valley — bei bis zu 55°C. Das härteste Rennen der Welt.
Die Vorbereitung
TRAINING & MENTALE TAKTIK
Grundlagenausdauer — Lange Läufe 3–6 Stunden, wöchentliches Pensum schrittweise steigern.
Back-to-Back-Läufe — Zwei aufeinanderfolgende Tage lange Distanzen, um Ermüdung zu simulieren.
Höhenmeter & Kraft — Anstiege trainieren, Kraftübungen für Beine und Rumpf einbauen.
Ernährung im Training — Lernen, während des Laufs zu essen: Gels, Riegel, Salztabletten testen.
Etappenziele — Nur an den nächsten Verpflegungspunkt denken, nicht an die Gesamtdistanz.
Pacing — Starte langsam, halte konstantes Tempo — zu Beginn niemals übertreiben.
Rennstrategie — Flexibel an Wetter und Erschöpfung anpassen, kein starrer Plan.
Visualisierung — Erfolg visualisieren und das Akzeptieren von Müdigkeit üben.
Tipps & Tricks
GESAMMELT AUS EIGENER ERFAHRUNG