Meine Zahlen
Stand Mai 2026
Persönliche Bestzeiten
Track & Straße
🎯 Ziele & Fortschritt
📅 Meine Marathon-Geschichte
Dieser Lauf hat mich komplett zerlegt. Mit dem Ziel, irgendwann auch mal sub 2:50 zu laufen, fühlte sich anfangs alles richtig gut an. Vielleicht sogar zu gut. Was ich allerdings unterschätzt habe: Der Heilbronner Trollinger Marathon mit seinen über 400 Höhenmetern ist absolut kein Kurs für aggressive Pace-Experimente.
Und trotzdem habe ich es gewagt. Bereut habe ich es schon nach etwa 15 Kilometern.
Das Frühstück? Keine Brezel, nur etwas Müsli. Rückblickend vermutlich schon der erste Fehler.
Der Start lief perfekt. Ich war vorne mit der Spitzengruppe unterwegs. Vor uns nur zwei Eliteläufer, ein Kenianer und ein Russe. Zwischenzeitlich lief ich sogar mit zwei anderen deutschen Läufern in einer kleinen Dreiergruppe bis ungefähr Kilometer 13 bis 15.
Dann kam die Realität.
Ich merkte schnell, dass meine großen Beingelenke für dieses Höhenprofil bei dieser Pace einfach nicht gemacht sind. Besonders bergauf wurde ich immer langsamer. Danach überholte mich einer nach dem anderen – Läufer, die ihre Kräfte besser eingeteilt hatten und für solche Hügelläufe deutlich spezifischer trainiert waren als ich.
Ab Kilometer 20 kamen die ersten Oberschenkelkrämpfe. Dehnen während des Rennens wurde plötzlich wieder Teil des Marathons.
Dieser Lauf zog sich wie kaum ein anderer zuvor. Vielleicht vergleichbar mit Frankfurt 2023. Ich glaube auch nicht, dass ich diesen Marathon noch einmal laufen werde. Für Top-Pace plus dauernd bergauf fehlt mir einfach die Genetik, oder zumindest aktuell noch das passende Training.
Dazu kam die Sonne. 23 Grad klingen erstmal harmlos, aber die Sonne knallte brutal auf die Haut. Ab Kilometer 30 fühlte es sich an, als würde sie anfangen zu brennen.
Als ich schließlich durchs Frankenstadion ins Ziel lief, war mir extrem übel. Das hatte ich in einem Wettkampf noch nie erlebt.
Ich bin diesmal überhaupt nicht stolz auf diesen Wettkampf. Nicht einmal wirklich darauf, dass ich nicht aufgegeben habe. An diesem Tag waren die Sonne, die Hügel und wahrscheinlich auch mein viel zu mageres Frühstück einfach stärker.
Gut einen Monat nach dem Ulmer Marathon führte mich mein nächster Stopp nach Frankfurt, zu meinem mittlerweile dritten Marathon in dieser Großstadt. Wie schon so oft zuvor übernachtete ich bei Verwandten, bevor es am frühen Morgen Richtung Startbereich im Zentrum, direkt vor dem Messeturm, ging.
Die Aufregung wird von Marathon zu Marathon zwar spürbar weniger, doch jedes Mal bin ich aufs Neue von der schieren Größe dieses Laufs beeindruckt. Leider unterlief mir diesmal ein kleiner Fehler: Erst etwa zehn Minuten vor dem Start ordnete ich mich im Startblock ein. Das machte sich in den ersten Kilometern bemerkbar.
Bis etwa Kilometer 26/27 lag ich voll im Soll und steuerte auf eine Zielzeit von rund 2:46 Stunden zu. Doch dann zogen sich beide Oberschenkel zusammen – von außen sichtbar. Ich musste die Strecke verlassen, um mich zu dehnen. Drei Marathonläufe in 40 Tagen hinterlassen ihre Spuren.
Am Ende führte mich die Strecke ein drittes Mal durch die mächtige Festhalle. Das Ergebnis: 3:08 Stunden. Kein Traumresultat, aber eine Erfahrung die sich tief eingebrannt hat.
In Ulm lief ich meinen vierten kompletten Marathon – und endlich war es so weit: die magische 3-Stunden-Marke geknackt. Noch zwei Tage vor dem Start hätte ich nicht daran geglaubt. Halsschmerzen, leichte Erkältung, erst 14 Tage nach Kassel. Trotzdem: Ein Päckchen Tempos, eine Butterbrezel – und los.
Am Start ganz vorne im ersten Block, hinter mir tausende Läufer. Dann fiel der Startschuss – und der Moment auf den ich so lange hingearbeitet hatte, begann.
Bis km 20 auf Gesamtplatz 6 und Erster in meiner Altersklasse. Dann kontrollierter – immer noch schnell genug für Sub-3. Die letzten Kilometer auf dem Münsterplatz direkt vor dem Ulmer Münster hatten Gänsehautpotenzial.
Umso glücklicher war ich über die Topzeit trotz angeschlagenem Körper. Zum ersten Mal wirklich zufrieden mit meiner Marathonleistung. Und ich wusste: Da geht noch mehr.

Ulmer Marathon Strecke
Mein dritter offizieller Marathon – und das erste Mal nicht in Frankfurt. Mit über 250 Höhenmetern definitiv einer der härtesten Läufe die ich bisher auf Tempo gelaufen bin. Am 14.09.2025, Punkt 9:30 Uhr: Brezel, Energieriegel, Coke Zero – Startschuss.
Zwei Runden à 21 km durch Kassel – Brücken, Innenstadt, Parks, Stadion. Die erste Runde lief verdammt gut – nebenbei knackte ich meine Halbmarathon-Bestzeit: 1:19 Stunden! Aber die zweite Hälfte forderte mich brutal. Am Ende 1:51 Stunden für Runde zwei.
3:10:30 ins Auestadion. Die Sub-3 blieb ungebrochen – aber auf dieser Strecke ist das absolut top.

Kassel Marathon Strecke
Mein zweiter Marathon – diesmal deutlich entspannter. Einen Tag vorher bei Verwandten in Hessen, direkt zur Veranstaltung gebracht. Alles lief reibungslos vom Abholen der Startunterlagen bis zum letzten Energie-Snack.
Block 2 – eine Entscheidung die ich bereue. Mein Tempo lag über dem der meisten Mitläufer, ständiges Überholen. Halbmarathon in 1:33 – solide, aber über meiner Wunschzeit. Endzeit 3:35 – deutlich über Sub-3, aber 48 Minuten schneller als 2023. Darauf bin ich stolz.
Viel entspannter als 2023, schnelle Regeneration. Nach wenigen Tagen wieder im Training. Motivierter denn je auf den nächsten Start. 💪

Frankfurter Marathon Strecke
Mein allererster Marathonlauf – ein Paradebeispiel dafür wie vieles schiefgehen kann. 4:45 Uhr aufgestanden, allein in Frankfurt, keine Ahnung wo ich hin musste. Kein Support-Team, kein Plan – einfach ein junger Kerl Anfang 21, der sich ins Abenteuer stürzte.
Nach 300 Metern rissen die Nadeln der Startnummer. Bei km 3 verabschiedete sich die Smartwatch. Dann löste sich der zu kleine Alphafly-Schuh mitten im Gedränge. Regen, eisiger Wind bei km 30. Ab km 15 brutal schmerzende Füße. Nach 4,5 Stunden am Ziel – die Füße demoliert.
Trotz allem: Dieser Lauf war ein Wendepunkt. Jeder fängt irgendwo an – und das hier war der Grundstein für alles was folgen sollte.