103 Km Solo Ultra

103km Ultra
🏔️ Solo Ultra · 29. April 2024
Der 103 km Ultra
15 Stunden. 2261 Höhenmeter. Wespen-Stich, Sonnenbrand, Nachtlauf. Von zu Hause bis nach Biberach – und zurück zu mir selbst.
Heimatort Böhmenkirch Ulm Laupheim Biberach 🏁
📏
103,68
Kilometer
⏱️
15:00:38
Gesamtzeit
8’41“
Ø Pace / km
🔥
5103
kcal verbrannt
⛰️
2261
Höhenmeter
👟
102.849
Schritte
Die Strecke
103km Strecke
Etappen
01
Heimatort → Heubach
Start 6:30 Uhr · 2300 Höhenmeter vor mir
02
Böhmenkirch
~km 20 · Erste Pause · Brezel & Croissant
03
Lonsee → Dornstadt → Ulm
~km 57 · Wespen-Stich · 25°C
04
Blaustein · McDonald’s
45 Min Pause · Eis für Stirn · Kalorien auffüllen
05
Erbach → Laupheim
~19:00 Uhr · Dämmerung · 29°C Höhepunkt
06
Nachtlauf → Biberach
21:30 Uhr Stirnlampe an · Ziel: 0:00 Uhr
🏁
Bahnhof Biberach a.d. Riß
Mitternacht · 15h Laufzeit · Geschafft!
Der Lauf
🌅 06:30 – 12:00
Früh Morgens / Vormittag

Am 29. April 2024, früh um 6:30 Uhr, startete ich mein Abenteuer Richtung Süden – vor mir lag eine Strecke mit stolzen 2.300 Höhenmetern. Schon bei der Planung war klar: Ohne mehrere Stopps würde ich diese Tour nicht schaffen. Also plante ich Pausen fürs Frühstück, ein kräftiges Mittagessen und am Abend noch ein paar Extra-Kalorien, um die Energie aufrechtzuhalten.

Die erste Rast gönnte ich mir nach gut 20 Kilometern mitten in der idyllischen Schwäbischen Alb, in der kleinen Stadt Böhmenkirch. Mit einer frischen Brezel und einem Croissant im Bauch fühlte ich mich bereit für die nächste Etappe.

Begleitet wurde ich von meiner Lieblingsmusik – die ich mir mittlerweile nur noch bei Läufen jenseits der 50 km gönne. Bei solchen Distanzen bringt Musik genau die Abwechslung, die man braucht, um den Kopf frei zu bekommen.
☀️ 12:00 – 17:00
Mittag

Die Sonne brannte mittlerweile gnadenlos vom Himmel. Ohne Kopfbedeckung zu laufen war wohl nicht die klügste Entscheidung – das spürte ich schon jetzt. Zum Glück machten meine New Balance Schuhe einen herausragenden Job. Selbst nach all den Kilometern: keine Blasen, keine Beschwerden.

Bei km 57 und inzwischen 25 Grad – passierte es: Beim Überqueren einer Brücke schoss plötzlich eine Wespe aus dem Nichts und rammte mich an die Stirn. Der Stich brannte höllisch. Nach etwa zehn Minuten Schmerz beschloss ich: Egal, einfach weiter.

In Blaustein legte ich eine wohlverdiente Pause im McDonald’s ein – kalte Getränke, reichlich Kalorien, Eiswürfel auf die geschwollene Stirn. Nach 45 Minuten war ich wieder bereit.
🌤️ 17:00 – 21:30
Nachmittag / Abend

Am Nachmittag erreichte die Hitze ihren absoluten Höhepunkt – 29 Grad. Ich schätzte, dass ich an diesem Tag zwischen acht und neun Liter weggeschluckt habe: Wasser, Powerade, Gatorade und sogar Kokoswasser. Dazu eine komplette Packung Corny-Riegel und ca. 7 Bananen.

Zwischendurch lief nicht alles rund: Gleich zwei Mal verlief ich mich. Besonders ärgerlich war der zweite Fehltritt – über zwei Kilometer Umweg, der in einer Sackgasse endete. Jeder extra Schritt brannte in den Beinen.

Gegen 19 Uhr, als die Dämmerung hereinbrach, erkannte ich in der Ferne die ersten Umrisse hoher Berge. Trotz der Erschöpfung spürte ich plötzlich neue Motivation – ich wollte weiter, immer weiter, den Bergen entgegenlaufen.
🌙 21:30 – 00:00
Nachts

Gegen 21:30 Uhr war es stockdunkel. Die Stirnlampe schaltete ich ein, Laufhose und Langarmshirt kamen zum Einsatz – und weiter ging es in die Dunkelheit. Die kalte Nachtluft umhüllte mich. Jeder Schritt wurde anstrengender, meine Beine begannen zu verkrampfen und die Erschöpfung kroch immer weiter in meinen Körper.

Gegen Mitternacht, exakt um 0:00 Uhr, erreichte ich den Bahnhof in Biberach. 15 Stunden purer Laufzeit lagen hinter mir.

Ich hatte mein ursprüngliches Ziel nicht erreicht – und dennoch fühlte ich mich wie ein zweigeteilter Mensch. Einerseits frustriert. Andererseits war da dieser tiefe Stolz, der mich für die Leistung erfüllte, die ich vollbracht hatte.

Impressionen
Ulm
Lauf Morgen
Lauf Abend
Wenn mir vor sechs Jahren jemand erzählt hätte, dass ich mit 21 Jahren 100 Kilometer am Stück laufen würde, hätte ich ihn wahrscheinlich ausgelacht. Doch heute, in diesem Moment, wusste ich: Ich hatte das Unmögliche geschafft. Und das würde mich für immer begleiten.