Am 29. April 2024, früh um 6:30 Uhr, startete ich mein Abenteuer Richtung Süden – vor mir lag eine Strecke mit stolzen 2.300 Höhenmetern. Schon bei der Planung war klar: Ohne mehrere Stopps würde ich diese Tour nicht schaffen. Also plante ich Pausen fürs Frühstück, ein kräftiges Mittagessen und am Abend noch ein paar Extra-Kalorien, um die Energie aufrechtzuhalten.
Die erste Rast gönnte ich mir nach gut 20 Kilometern mitten in der idyllischen Schwäbischen Alb, in der kleinen Stadt Böhmenkirch. Mit einer frischen Brezel und einem Croissant im Bauch fühlte ich mich bereit für die nächste Etappe.
Die Sonne brannte mittlerweile gnadenlos vom Himmel. Ohne Kopfbedeckung zu laufen war wohl nicht die klügste Entscheidung – das spürte ich schon jetzt. Zum Glück machten meine New Balance Schuhe einen herausragenden Job. Selbst nach all den Kilometern: keine Blasen, keine Beschwerden.
Bei km 57 und inzwischen 25 Grad – passierte es: Beim Überqueren einer Brücke schoss plötzlich eine Wespe aus dem Nichts und rammte mich an die Stirn. Der Stich brannte höllisch. Nach etwa zehn Minuten Schmerz beschloss ich: Egal, einfach weiter.
Am Nachmittag erreichte die Hitze ihren absoluten Höhepunkt – 29 Grad. Ich schätzte, dass ich an diesem Tag zwischen acht und neun Liter weggeschluckt habe: Wasser, Powerade, Gatorade und sogar Kokoswasser. Dazu eine komplette Packung Corny-Riegel und ca. 7 Bananen.
Zwischendurch lief nicht alles rund: Gleich zwei Mal verlief ich mich. Besonders ärgerlich war der zweite Fehltritt – über zwei Kilometer Umweg, der in einer Sackgasse endete. Jeder extra Schritt brannte in den Beinen.
Gegen 21:30 Uhr war es stockdunkel. Die Stirnlampe schaltete ich ein, Laufhose und Langarmshirt kamen zum Einsatz – und weiter ging es in die Dunkelheit. Die kalte Nachtluft umhüllte mich. Jeder Schritt wurde anstrengender, meine Beine begannen zu verkrampfen und die Erschöpfung kroch immer weiter in meinen Körper.
Ich hatte mein ursprüngliches Ziel nicht erreicht – und dennoch fühlte ich mich wie ein zweigeteilter Mensch. Einerseits frustriert. Andererseits war da dieser tiefe Stolz, der mich für die Leistung erfüllte, die ich vollbracht hatte.